Von Niederbayern nach Hamburg
Geboren in der niederbayerischen Kleinstadt Vilsbiburg, bin ich nun schon seit über 25 Jahren in Hamburg. Dazwischen lagen die Stationen München und Berlin, doch nirgendwo hat es mich länger gehalten als hier im Norden.
Hamburg und ich, wir reiben uns immer wieder: Ich mache mir nichts aus Fußball, mag kein Pils, nenne Lakritz aus gutem Grund Bärendreck und tue mich manchmal schwer mit der hanseatischen Kühle. Aber trotzdem ist Hamburg ein Zuhause. Und es ist eine Stadt, die es nicht übel nimmt, wenn man sich in die Ferne sehnt …
Wissenschaftliche Ausbildung
- HarvardX Higher Education Teaching Certificate
- Promotion, Dr. phil. (summa cum laude), Fachbereich Kulturgeschichte und Kulturkunde, Universität Hamburg; Thema: „‚Juden, die ins Lied sich retten’ – der Komponist Mieczysław Weinberg in der Sowjetunion”; Stipendiatin der Gerda-Henkel-Stiftung (Düsseldorf). Veröffentlicht bei Waxmann.
- Studium, M.A. Historische Musikwissenschaft, Systematische Musikwissenschaft, Neuere deutsche Literatur, Universität Hamburg; Abschlussnote: 1,1; Thema der Abschlussarbeit: „‚The question of music and prose, it’s a tricky one to answer.’ Paul Bowles: Komponist – Schriftsteller”
Berufliche Stationen
Seit Januar 2025 arbeite ich an meinem durch die DFG geförderten Forschungsprojekt zum musikalischen Leben und insbesondere dem Musiktheaterschaffen in Taschkent in den Jahren der Evakuierung (1941 bis ungefähr 1943/44). Mehr zu diesem Projekt ist hier zu lesen.
Davor war ich von Winter 2021 bis Ende 2024 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Netzwerk 4.0 der Musikhochschulen, ab April 2025 auch als Mitglied der Geschäftsführung. Mein inhaltlicher Schwerpunkt lag auf der Entwicklung digitaler Lehr- und Lernmaterialien, zudem war ich als Teilprojektleiterin verschiedener Digitalisierungsvorhaben in der wissenschaftlichen und künstlerischen Lehre eingebunden und habe zusammen mit meinen Kolleg:innen an verschiedenen Standorten digitale und hybride Veranstaltungsformate konzipiert und durchgeführt.
Von Herbst 2019 bis Ende 2021 war ich hauptberuflich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg tätig, davon zu 50 % in der Lehre im Bereich Musikwissenschaft, die andere Hälfte meiner Arbeitszeit gehörte der künstlerischen Leitung und Projektleitung der akademie kontemporär, einer Sommerakademie für zeitgenössische Musik und junge Musiker:innen und Komponist:innen. Die Akademie war Teil des von der EU geförderten Ulysses-Netzwerks. Außerdem war ich Projektleiterin des Rudolf-Stilcken-Kultur-Kommunikationspreises.
Zwischen 2016 und 2018 war ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für kulturelle Innovationsforschung / iki–new Classical e.V. der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Zu meinen Aufgaben dort gehörte die Projektleitung der Sommerakademie Opus XXI / ISACM und die Projektleitung des Rudolf-Stilcken-Kultur-Kommunikationspreises.
Meine Dissertation habe ich 2014 abgeschlossen, davor war ich eingebunden in ein DFG-gefördertes Projekt zu der Sängerin und Komponistin Pauline Viardot an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, danach habe ich ein Jahr lang als Herausgeberin und Projektmanagerin der Plattform nelou.com fungiert.
Mein Studium der Historischen und Systematischen Musikwissenschaft sowie der Neueren deutschen Literatur habe ich an der Universität Hamburg absolviert.
Davor war ich in der Musikbranche unterwegs (in der Musikagentur public-propaganda) und habe vor allem in der Hamburger Dual-Bar und dem Club Lounge Platten aufgelegt. Bevor ich nach Hamburg umgezogen bin, habe ich in Berlin bei der inzwischen leider eingestellten Plattform rap.de gearbeitet, wo ich die Magazin-Sektion des Portals betreut und Online-Radio gemacht habe. Während meiner Zeit bei rap.de durfte ich Interviews mit fantastischen Künstlern führen, u.a. mit Jay Dee, Common, DJ Krush, Prefuse 73, The Pharcyde, Kid Koala (der bei uns im Büro eine Radioshow hosten wollte und dann nur 2 Plattenspieler vorfand, was für ihn mindestens einer zu wenig war...), Phife Dawg, Futura 2000, Prince Paul & Dan the Automator (schlimmstes Interview aller Zeiten - vor mir hatte der Kollege vom "Hustler" einen Termin. Prince Paul und Dan the Automator hatten einen schlimmen Jetlag und mehr Interesse für die Hefte, die auf dem Tisch lagen, als für das Interview), Dujeous, Ugly Duckling, D'Angelo, People Under The Stairs, Jungle Brothers und Five Deez. Rap.de war ein fantastisches Projekt und mir ist erst später klar geworden, wie visionär die Plattform damals war.
Bevor ich nach Berlin und dann Hamburg gezogen bin, war ich in München am Prinzregententheater tätig, das damals wiedereröffnet wurde, und habe dort Bühnenbilder auf- und abgebaut oder Kabel gezogen. Am liebsten habe ich gearbeitet, wenn das Eröffnungsstück „Tristan und Isolde“ (Regie: August Everding, musikalische Leitung: Lorin Maazel) aufgeführt wurde.
Unnützes Wissen - aber ein Teil von mir
Die Art, wie ich meine Arbeit verstehe, ist geprägt von den verschiedensten Dingen. Vielfalt öffnet den Horizont, heißt es immer. Genau!
10 Bücher, die zu mir gehören
- Lion Feuchtwanger: Erfolg
- Junot Díaz: The Brief Wondrous Life of Oscar Wao
- Joseph Roth: Radetzkymarsch
- Paul Bowles: Let It Come Down
- Friedrich Torberg: Die Tante Jolesch
- Miguel de Cervantes: Don Quijote
- Joris Karl Huysmans: À rebours
- Tove Jansson: Das große Muminbuch
- Toni Morrison: Beloved
- Christoph Ransmayr: Der fliegende Berg
10 Comics, die zu mir gehören
- Lorenzo Mattotti: Flüster
- Terry Moore: Strangers in Paradise
- Dave McKean: Cages
- Moebius: Chaos
- Enki Bilal: Die Geschäfte der Unsterblichen
- Miguelanxo Prado: Ardalén
- Asterix (alle Bände Goscinny/Uderzo)
- Chris Ware: Jimmy Corrigan, the Smartest Kid on Earth
- Craig Thompson: Blankets
- Daniel Torres: Rocco Vargas
10 Musikstücke, die zu mir gehören
- The Pharcyde: Runnin'
- The Eddy Duchin Story, remembered by Carmen Cavallaro
- Duke Ellington, John Coltrane: In A Sentimental Mood
- D*Note: Solomon's Blade
- Rachmaninov: Zdes' chorosho
- Saint Germain: Sure Thing
- Obscure Disorder: Maintain the focus
- Wagner: O sink hernieder, Nacht der Liebe (Carlos Kleiber mit René Kollo und Dame Margaret Price)
- Erik B. & Rakim: Don't Sweat The Technique
- Weinberg: Piano-Quintett op. 18 (Borodin-Quartetts)
10 Filme, die zu mir gehören
- Francis Ford Coppola: Bram Stroker's Dracula
- Philip Kaufman: The Unbearable Lightness of Being
- Lars von Trier: Melancholia
- Wong Kar-wai: In the Mood for Love
- Peter Jackson: The Lord of the Rings
- Abel Ferrara: Bad Lieutenant
- Park Chan-wook: Oldboy
- Federico Fellini: La Dolce Vita
- Fedor Chitruk: Fil'm, Fil'm, Fil'm
- The Sopranos (kein Film, aber trotzdem...)
